Was UNISEX bei Krankenversicherungen verändert

Immer häufiger taucht ein neues Wort am deutschen Finanzhimmel auf: UNISEX.
Dieses Thema hat nichts mit „Schmuddelkram“ zu tun, sondern bedeutet lediglich den vom europäischen Gerichtshof beschlossenen Wegfall des „kleinen Unterschiedes“ bei Finanzprodukten.
So dürfen ab dem 21. Dezember dieses Jahres Versicherer keinen Unterschied mehr machen, ob eine Frau oder ein Mann versichert wird. Die bis dahin policierten „Bi-Sex-Tarife“ bleiben aber auch künftig gültig.

Private Krankenversicherungen zeichnen sich durch teils erheblich bessere Leistungen, oft auch durch niedrigere Beiträge als in den gesetzlichen Krankenkassen aus. Die Krankenversicherungsprämie war seither für Frauen höher, weil Frauen statistisch gesehen länger leben als Männer. Der in jungen, gesunden Jahren von den Beiträgen verbleibende Überschuss musste bei den Damen doch für einen längeren Zeitraum reichen. Gerade die letzten Lebensjahre sind für Krankenversicherer nämlich besonders teuer, da hier teilweise langwierige und kostspielige Behandlungen nötig werden. Unisex macht mit dieser Unterscheidung jetzt Schluss. Die Folgen: Die Tarife der Männer werden sich durchschnittlich um 20 bis 25 Prozent verteuern. Deshalb sollten sich alle Männer jetzt nach einer passenden Police umschauen. Mit dem Abschluss warten sollten aber auch die Frauen nicht, denn deren Vorteil dürfte eher gering ausfallen. Die Versicherer rechnen mit ca. fünf Prozent Ersparnis für Frauen. Ein weiterer Grund auch für Frauen, jetzt ihre Krankenversicherung abzuschließen ist, dass es gerade in der Krankenversicherung auf den Gesundheitszustand bei Abschluss ankommt. Außerdem bieten die meisten Versicherer schon heute die neuen Unisex-Tarife oder Garantien an, die es erlauben, später in Unisex-Tarife zu wechseln. Insgesamt führt die neuerliche Regulierung zu mehr Kosten für die Verbraucher.

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2 Antworten auf Was UNISEX bei Krankenversicherungen verändert

  1. Frank Werkmeister sagt:

    Na toll, jetzt sollen die Tarife noch teurer werden. Ein Grund mehr zurück zur Gesetzlichen zu wechseln.

    • matthias.karnenberg sagt:

      Die Beiträge sind jetzt tatsächlich schon um einiges angestiegen, wie eine aktuelle Analyse von Franke und Bornberg zeigt.
      Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist leider nicht ganz so leicht zu erreichen: Rückkehr in die Gesetzliche

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